Open Source - inzwischen voll normal
Software ist das Grundlage unserer Informationsgesellschaft. Ohne Software läuft nichts mehr und Programmierkenntnisse werden zu exklusivem Herrschaftswissen: “Code ist Gesetz. Und Macht” formulierte schön Lawrence Lessig. Deshalb waren Entwickler bisher eher Geheimniskrämer. Mit dem Open Source-Gedanken hat eine Trendwende eingesetzt: Software wird plötzlich zu einem frei verfügbaren, kollektiv veränderbaren Gemeingut. Denn Open Source heißt: offener Quellcode.
Das amerikanische Marktforschungshaus Gartner ermittelte in einer Studie, dass bereits 85 Prozent der Anwenderunternehmen aus Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum in irgendeiner Form Open Source-Software nutzen. Dieser Trend wird sich fortsetzen.
Bei uns in der Agentur ist Open Source schon längst angekommen. Viele unserer Websites basieren auf Open Source-Content Management Systemen wie webEdition, typo 3 oder Magnolia. Ob auf Betriebssytem- (Linux) oder Datenbank-Ebene (MySQL) - und ganz ehrlich: wer denkt bei Firefox noch an Open Source? Inzwischen voll normal.
Open Source in der Diskussion
Allerdings sind mit dem Einsatz von Open Source-Software Vor- und Nachteile für Anwender und Entwickler verbunden:
- Keine Lizenzkosten: Der Wegfall von Lizenzkosten wird oft als der zentrale Vorteil von Open Source-Software überhaupt betrachtet. Mit dem Wegfall der Lizenzkosten entfallen allerdings im Regelfall auch Gewährleistungs- und Haftungsansprüche gegen die Entwickler der Software. Die gängigen Open Source-Lizenzen übernehmen keine Garantie für die Funktionstüchtigkeit der Software, so dass der Anwender beim Einsatz das volle Risiko trägt und demnach auch die technischen Betriebskosten pro Jahr zumeist höher sind.
- Offene Standards: Die von Open Source-Produkten verwendeten Dateiformate und Datenaustauschstandards sind über die Verfügbarkeit der Quelltexte offen gelegt. Dies hat eine höhere Kompatibilität und Interoperabilität von Open Source-Produkten mit anderer Software zur Folge, da entsprechende Schnittstellen mit geringerem Aufwand erstellt werden können. Zugleich kann durch die Wiederverwendbarkeit von Code bzw. von Komponenten in eigenen Produkten Entwicklungszeit eingespart werden. Allerdings wird von Seiten der Entwickler freier Software in den seltensten Fällen auch Support für ihre Produkte angeboten. Diese Servicedienstleistungen werden jedoch immer häufiger von kompetenten Dienstleistern für Open Source-Produkte angeboten.
- Anpassbarkeit: Open Source Software kann von jedem für individuelle Zwecke erweitert oder angepasst werden. Damit die für Unternehmenszwecke maßgeschneiderte Software dann intern effektiv eingesetzt werden kann, sind häufig Schulungsmaßnahmen für die Mitarbeiter erforderlich.
- Anbieterunabhängigkeit: Open Source-Software zwingt im Gegensatz zu manchem kommerziellen Pendant die Nutzer nicht in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bestimmten Herstellern. Mit dieser Freiheit kann unter Umständen das Risiko verbunden sein, dass Open Source-Projekte von ihren Entwicklern jederzeit aufgegeben werden können, da diese regelmäßig keinen Verpflichtungen bezüglich Wartung und Pflege ihrer Software unterliegen.
- Höhere Sicherheit: Oft wird Open Source-Software ein höheres Maß an Sicherheit zugesprochen als Closed Source-Produkten. Da jeder Einsicht in den Quellcode nehmen kann, werden Sicherheitslücken und -probleme schneller entdeckt, als dies bei kommerzieller Software der Fall ist.
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