Joy of Use

Ein Thema, das uns dauerhaft, aber diesen Herbst gehäuft (unter anderem wird es zwei Vorträge unseres Geschäftsführers Klaus Cloppenburg zum Thema geben) beschäftigt: Der Joy of Use von Internetanwendungen.
Während Begriff und Anwendungskriterien der Usability von Onlineanwendungen mittlerweile Common Sense ist, ist das Phänomen des Joy of Use - also der Freude, die aus aus der Nutzung einer (interaktiven) Anwendung entsteht, immer noch erklärungsbedürftig. Daher an dieser Stelle einige prinzipelle Überlegungen zum Thema:
Dass technische Produkte über ihren Gebrauchscharakter hinaus emotionale Bedürfnisse ihrer Nutzer befriedigen (können) und ihre Nutzung selbst zum Erlebnis werden kann, weiß nicht nur die klassische Produkt- und Markenwerbung, die erfolgreich etwa mit der “Freude am Fahren” (BMW) oder mit dem ansteckenden Erlebnis eines Opernarie (T-Mobile) den Gebrauch eines Produkts als Ereignis in der Lebenswelt der Konsumenten verankert.
Angesichts der durch immer höhere Bandbreiten möglich gewordenen Multimedialisierung des Internets, des gleichzeitigen Wandels des Nutzerverhaltens hin zu mehr Interaktion und dem wachsenden Wettbewerb um die knappe Aufmerksamkeit der User gewinnt auch in der Umsetzung von Online-Angeboten der der Spaß an der Nutzung eines bestimmten Angebots an wachsender Bedeutung.
Der Ansatz des Joy of Use basiert auf dem traditionellen Usability-Konzept und erweitert dieses um die Kategorie des positiven Nutzungserlebnisses. Aufbauend auf den Erkenntnissen und Normen der Software-Ergonomie, deren Regeln auf Internet-Anwendungen übertragen wurden, vermittelt sich der Joy of Use über das positive, ästhetisch-emotionale Erlebnis im Umgang mit einer Website und animiert den Nutzer zur wiederholten Interaktion oder zum erneuten Besuch der Seite. Optimale Usability – also die konsequent nutzerorientierte Entwicklung einer Seite bildet die funktionale Voraussetzung und die Basis für den Joy of Use Charakter einer interaktiven Anwendung.
Aus diesem Ansatz lassen sich einige grundlegende Kriterien für die inhaltliche und visuelle Gestaltung von Websites ableiten:
- Optimale Erreichbarkeit ohne Barrieren.
- Individuelle Ansprache (zum Beispiel zielgruppenspezifische Zugänge, bedarfsorientierte Informationsarchitektur, authentische visuelle und inhaltliche Tonalität, Möglichkeit zur Individualisierung und Personalisierung von Funktionen)
- Funktionaler Bedienkomfort (konsistente Navigation, angemessene Orientierungshilfen und Rückmeldungen, eindeutiges Navigationswording, angemessene Fehlertoleranz bei Eingaben, intuitives und effektives Handling von Funktionen)
- Inhaltlicher Mehrwert / Content Usability (adäquate Informationsbreite und -tiefe, klar strukturierte und lesbare Texte, kontextrelevante Crosslinks)
- Emotionaler Mehrwert (multimediale Inszenierung der Marke beziehungsweise von Themen- und Produktwelten, attraktive visuelle Ästhetik, “Flow”-Erfahrung)
In der Entwicklung von attraktiven und qualitativ hochwertigen Internetanwendungen geht es längst nicht mehr “nur” um die Einfachheit der Nutzung oder ein erwartungskonformes Handling. In dem Maße, in dem Produkt- und Unternehmens-Marken im Web multimedial inszeniert werden und die technischen Möglichkeiten des Web 2.0 soziale Interaktions-Spielräume von Nutzern erhöhen, erschließen sich Sinn und Qualität von Webanwendungen im intuitiven, emotionalen Erleben einer Online-Anwendung. Eine der zentralen Usability-Devisen, „Don’t make me think“, wird um den Spaßfaktor erweitert.
Weitere Infos zum Thema sind auch in unserer Fachinformation erschienen, die man sich hier downloaden kann.
Tags: Joy of Use, Usability, User Experience


